Hallig Hooge
Projekte
Wir stellen Ihnen hier aktuelle laufende und geplante Projekte vor. Die abgeschlossenen Projekte finden Sie im Projektarchiv …
Nachhaltige Landwirtschaft auf den Halligen
Landwirtschaft auf den Halligen
1. Geschichte der Landwirtschaft
2. Allmende
3. Landwirtschaft heute
4. Das Halligprogramm
1. Die Geschichte der Halliglandwirtschaft
Auf den Halligen konnte man sich nie sicher sein, ob das für die Winterfütterung notwendige Heu geborgen werden konnte, oder von einem Landunter weggetrieben wurde. Das führte dazu, dass Landwirtschaft als alleinige Ernährungsgrundlage nicht ausreichend war. Sie diente insbesondere dem eigenen Lebensunterhalt.
Daher waren im 17. Und 18. Jahrhundert die Handelsschifffahrt, der Walfang und der Fischfang ein notwendiger Nebenerwerb, dies war nicht auf allen Halligen so.
2. Allmende Wirtschaft
Auf den Halligen wurde bis in das 20. Jahrhundert die „Allmendewirtschaft“ praktiziert, eine weit verbreitete Art der gemeinschaftlichen Bodenbewirtschaftung, die vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit reichte. Sie hatte den Vorteil, dass die alljährlichen Landverluste nicht von einem einzelnen, oder von wenigen, sondern von der jeweiligen Halliggemeinschaft getragen wurden. Es wurde unterschieden in Weideland und in Meedeland und die Anteile der Bauern waren in „Fennen- und Meedebüchern“ verzeichnet. Auch der Viehbestand unterlag festen Regeln.
Jeder Bauer konnte seine Anrechte an der landwirtschaftlichen Nutzfläche frei verkaufen, das hatte zur Folge, dass immer mehr Bauern Landbesitz in verschiedenen Warftgemeinschaften hatten. Entsprechend komplizierter wurden im Laufe der Zeit die Berechnung der Anteile, den auch die unterschiedliche Bodenqualität musste bei der Verteilung berücksichtigt werden. Die Folge war, dass dieses Verfahren kaum noch durchführbar war und es häufig Streitigkeiten unter den Anteilsberechtigten gab.
Durch ein Flurbereinigungsverfahren wurde den Landanteilern festes Eigentum zugewiesen. Das konnte nur gelingen, weil die Halligkanten befestigt wurden und damit der Landverlust gestoppt wurde (ab 1934).
3. Landwirtschaft heute
In den vergangenen Jahrzehnten einen weiteren großen Wandel durchlebt. Gab es im Jahr 1971 zum Beispiel auf der Hallig Hooge noch 18 Haupterwerbslandwirte und nur 6 Landwirte im Nebenerwerb hat sich die Anzahl im folgenden Jahrzehnt umgedreht, 1981 waren es noch 6 Haupterwerbs- und nur 1 Nebenerwerbslandwirt.
Gründe waren zum Beispiel die sich verändernde Milchviehhaltung (Futtermangel im Winter, Absatzschwierigkeiten, neue Haltungsvorschriften…).
Um dem entgegenzuwirken und die Bewirtschaftung der Flächen weiter zu sichern wurden 1973 von der EU (damals EG) Auftriebsprämien auch für Pensionsvieh ermöglicht. Dadurch erhöhte sich die Anzahl der Nebenerwerbslandwirte mit Pensionsvieh deutlich, da auch für diese nun die Pensionsviehhaltung wirtschaftlich interessant wurde.
(Quelle: Flensburger regionale Studien von 1990)
Die Erwerbsquellen für Halligleute wurde ab den 1980ziger Jahren vielfältiger, der Fremdenverkehr nahm zu und der LKN (damals ALW) stellte Arbeitsplätze auf den Halligen zur Verfügung.
Heute haben wir noch einen Haupterwerbsbetrieb in der Biosphäre Halligen. Der Betrieb befindet sich auf Langeneß, mit Milchvieh, Rindern, Direktvermarktung von eigenen Produkten und einem kleinen Museum.
4. Das Halligprogramm
Mit dem Vertragsmuster „Halligprogramm“ wird das Ziel verfolgt, das artenreiche Salz-Grünland auf den Halligen, das durch Kleinstrukturen wie Pütten, Priele, mäandrierende Gräben und Grüppen sowie ungenutzte Flächenanteile gegliedert ist, zu erhalten, und damit die durch Salzwasser und Überflutungen geprägten Lebensräume von Küstenvögeln, Gänsen und anderen Tier- Pflanzenarten zu bewahren, beziehungsweise zu verbessern.
Dazu wird angestrebt, eine extensive Bewirtschaftungsweise möglichst durchgehend über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg, beziehungsweise dauerhaft einzuhalten.
Das Vertragsmuster ist ausgestattet in Bausteinen.
Dazu bildet das Bewirtschaftungsentgelt beziehungsweise die Ausgleichszahlung für natürlich belassene Salzwiesen den Grundstock, neben dem Bewirtschaftungsentgelt werden die zusätzlichen Bausteine „Mähzuschuss“, „Honorierung der Gänseweide“ und der „Zuschuss für die Extensivierung der Beweidung“ angeboten.
(SH-Landgesellschaft, März 2024)
Schulprojekt 2026
Die Schulen auf den Halligen Hooge, Langeneß und Nordstrandischmoor planen für das Jahr 2026 ein gemeinsames Projekt:
„Ich stelle meine Biosphäre vor“
Im Mittelpunkt des Projektes steht, dass die teilnehmenden Kinder gestalterisch darstellen, wie sie ihr Leben in der Biosphäre, auf ihrer Heimathallig sehen, und zwar aus ihrer persönlichen „Kindersicht“
Im ersten Schritt steht die Überlegung zu einem eigenen Thema, das dann in Plakatform mit selbstgewählter Technik dargestellt werden sollte.
Nicht das „schöne“ Plakat ist dabei wichtig, sondern ein Alltagsthema, welches das Schulkind erlebt, vielleicht eine Herausforderung oder auch ein glücklicher Moment im täglichen Leben.
Zur Präsentation der fertigen Plakate durch die Kinder werden dann alle Halligleute der jeweiligen Hallig eingeladen und es soll dann auch einen gemeinsamen Termin aller Schulen geben.
„Schirmherrin“ des Projektes ist die Staatssekretärin Frau Katja Günther aus dem MEKUN.