Hallig Hooge am Horizont
Jürgen Vrinssen©

Hallig Hooge

Projekte

Wir stel­len Ih­nen hier ak­tu­el­le lau­fen­de und ge­plan­te Pro­jek­te vor. Die ab­ge­schlos­se­nen Pro­jek­te fin­den Sie im Pro­jekt­ar­chiv …

 

Nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft auf den Hal­li­gen

Land­wirt­schaft auf den Hal­li­gen

1.    Ge­schich­te der Land­wirt­schaft
2.    All­men­de
3.    Land­wirt­schaft heu­te
4.    Das Hal­lig­pro­gramm

 

1.    Die Ge­schich­te der Hal­lig­land­wirt­schaft

Auf den Hal­li­gen konn­te man sich nie si­cher sein, ob das für die Win­ter­füt­te­rung not­wen­di­ge Heu ge­bor­gen wer­den konn­te, oder von ei­nem Land­un­ter weg­ge­trie­ben wur­de. Das führ­te dazu, dass Land­wirt­schaft als al­lei­ni­ge Er­näh­rungs­grund­la­ge nicht aus­rei­chend war. Sie dien­te ins­be­son­de­re dem ei­ge­nen Le­bens­un­ter­halt.
Da­her wa­ren im 17. Und 18. Jahr­hun­dert die Han­dels­schiff­fahrt, der Wal­fang und der Fisch­fang ein not­wen­di­ger Ne­ben­er­werb, dies war nicht auf al­len Hal­li­gen so.

 

2.    All­men­de Wirt­schaft

Auf den Hal­li­gen wur­de bis in das 20. Jahr­hun­dert die „All­men­de­wirt­schaft“ prak­ti­ziert, eine weit ver­brei­te­te Art der ge­mein­schaft­li­chen Bo­den­be­wirt­schaf­tung, die vom Mit­tel­al­ter bis in die frü­he Neu­zeit reich­te. Sie hat­te den Vor­teil, dass die all­jähr­li­chen Land­ver­lus­te nicht von ei­nem ein­zel­nen, oder von we­ni­gen, son­dern von der je­wei­li­gen Hal­lig­ge­mein­schaft ge­tra­gen wur­den. Es wur­de un­ter­schie­den in Wei­de­land und in Mee­de­land und die An­tei­le der Bau­ern wa­ren in „Fen­nen- und Mee­de­bü­chern“ ver­zeich­net. Auch der Vieh­be­stand un­ter­lag fes­ten Re­geln.
Je­der Bau­er konn­te sei­ne An­rech­te an der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che frei ver­kau­fen, das hat­te zur Fol­ge, dass im­mer mehr Bau­ern Land­be­sitz in ver­schie­de­nen Warft­ge­mein­schaf­ten hat­ten. Ent­spre­chend kom­pli­zier­ter wur­den im Lau­fe der Zeit die Be­rech­nung der An­tei­le, den auch die un­ter­schied­li­che Bo­den­qua­li­tät muss­te bei der Ver­tei­lung be­rück­sich­tigt wer­den. Die Fol­ge war, dass die­ses Ver­fah­ren kaum noch durch­führ­bar war und es häu­fig Strei­tig­kei­ten un­ter den An­teils­be­rech­tig­ten gab.

Durch ein Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren wur­de den Land­an­tei­lern fes­tes Ei­gen­tum zu­ge­wie­sen. Das konn­te nur ge­lin­gen, weil die Hal­lig­kan­ten be­fes­tigt wur­den und da­mit der Land­ver­lust ge­stoppt wur­de (ab 1934). 

 

3.    Land­wirt­schaft heu­te

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ei­nen wei­te­ren gro­ßen Wan­del durch­lebt. Gab es im Jahr 1971 zum Bei­spiel auf der Hal­lig Hoo­ge noch 18 Haupt­er­werbs­land­wir­te und nur 6 Land­wir­te im Ne­ben­er­werb hat sich die An­zahl im fol­gen­den Jahr­zehnt um­ge­dreht, 1981 wa­ren es noch 6 Haupt­er­werbs- und nur 1 Ne­ben­er­werbs­land­wirt. 
Grün­de wa­ren zum Bei­spiel die sich ver­än­dern­de Milch­vieh­hal­tung (Fut­ter­man­gel im Win­ter, Ab­satz­schwie­rig­kei­ten, neue Hal­tungs­vor­schrif­ten…).
Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken und die Be­wirt­schaf­tung der Flä­chen wei­ter zu si­chern wur­den 1973 von der EU (da­mals EG) Auf­triebs­prä­mi­en auch für Pen­si­ons­vieh er­mög­licht. Da­durch er­höh­te sich die An­zahl der Ne­ben­er­werbs­land­wir­te mit Pen­si­ons­vieh deut­lich, da auch für die­se nun die Pen­si­ons­vieh­hal­tung wirt­schaft­lich in­ter­es­sant wur­de.
(Quel­le: Flens­bur­ger re­gio­na­le Stu­di­en von 1990)

Die Er­werbs­quel­len für Hal­lig­leu­te wur­de ab den 1980zi­ger Jah­ren viel­fäl­ti­ger, der Frem­den­ver­kehr nahm zu und der LKN (da­mals ALW) stell­te Ar­beits­plät­ze auf den Hal­li­gen zur Ver­fü­gung.
Heu­te ha­ben wir noch ei­nen Haupt­er­werbs­be­trieb in der Bio­sphä­re Hal­li­gen. Der Be­trieb be­fin­det sich auf Lan­ge­neß, mit Milch­vieh, Rin­dern, Di­rekt­ver­mark­tung von ei­ge­nen Pro­duk­ten und ei­nem klei­nen Mu­se­um.

 

4.    Das Hal­lig­pro­gramm

Mit dem Ver­trags­mus­ter „Hal­lig­pro­gramm“ wird das Ziel ver­folgt, das ar­ten­rei­che Salz-Grün­land auf den Hal­li­gen, das durch Klein­struk­tu­ren wie Püt­ten, Prie­le, mä­an­drie­ren­de Grä­ben und Grüp­pen so­wie un­ge­nutz­te Flä­chen­an­tei­le ge­glie­dert ist, zu er­hal­ten, und da­mit die durch Salz­was­ser und Über­flu­tun­gen ge­präg­ten Le­bens­räu­me von Küs­ten­vö­geln, Gän­sen und an­de­ren Tier- Pflan­zen­ar­ten zu be­wah­ren, be­zie­hungs­wei­se zu ver­bes­sern.
Dazu wird an­ge­strebt, eine ex­ten­si­ve Be­wirt­schaf­tungs­wei­se mög­lichst durch­ge­hend über ei­nen Zeit­raum von 20 Jah­ren hin­weg, be­zie­hungs­wei­se dau­er­haft ein­zu­hal­ten.
Das Ver­trags­mus­ter ist aus­ge­stat­tet in Bau­stei­nen. 
Dazu bil­det das Be­wirt­schaf­tungs­ent­gelt be­zie­hungs­wei­se die Aus­gleichs­zah­lung für na­tür­lich be­las­se­ne Salz­wie­sen den Grund­stock, ne­ben dem Be­wirt­schaf­tungs­ent­gelt wer­den die zu­sätz­li­chen Bau­stei­ne „Mäh­zu­schuss“, „Ho­no­rie­rung der Gän­se­wei­de“ und der „Zu­schuss für die Ex­ten­si­vie­rung der Be­wei­dung“ an­ge­bo­ten.

(SH-Land­ge­sell­schaft, März 2024)

 

Schul­pro­jekt 2026

Die Schu­len auf den Hal­li­gen Hoo­ge, Lan­ge­neß und Nord­stran­disch­moor pla­nen für das Jahr 2026 ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt:

„Ich stel­le mei­ne Bio­sphä­re vor“

Im Mit­tel­punkt des Pro­jek­tes steht, dass die teil­neh­men­den Kin­der ge­stal­te­risch dar­stel­len, wie sie ihr Le­ben in der Bio­sphä­re, auf ih­rer Hei­mat­hal­lig se­hen, und zwar aus ih­rer per­sön­li­chen „Kin­der­sicht“
Im ers­ten Schritt steht die Über­le­gung zu ei­nem ei­ge­nen The­ma, das dann in Pla­kat­form mit selbst­ge­wähl­ter Tech­nik dar­ge­stellt wer­den soll­te.

Nicht das „schö­ne“ Pla­kat ist da­bei wich­tig, son­dern ein All­tags­the­ma, wel­ches das Schul­kind er­lebt, viel­leicht eine Her­aus­for­de­rung oder auch ein glück­li­cher Mo­ment im täg­li­chen Le­ben.

Zur Prä­sen­ta­ti­on der fer­ti­gen Pla­ka­te durch die Kin­der wer­den dann alle Hal­lig­leu­te der je­wei­li­gen Hal­lig ein­ge­la­den und es soll dann auch ei­nen ge­mein­sa­men Ter­min al­ler Schu­len ge­ben.

„Schirm­her­rin“ des Pro­jek­tes ist die Staats­se­kre­tä­rin Frau Kat­ja Gün­ther aus dem ME­KUN.