Hallig Norderoog

Norderoog, 7,8 Hektar groß, ist auch als "Vogelhallig" bekannt. Am weitesten westlich gelegen, gehört sie zur Kernzone des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und darf daher kaum von Menschen betreten werden. In einem der beiden Pfahlhäuser wohnt ein Vogelwart des Naturschutzvereins Jordsand e.V. Außerhalb der Vogelbrutzeit haben allerdings auch interessierte Besucher Gelegenheit, Norderoog von Hooge aus auf sachkundig geführten Wattwanderungen kennenzulernen.

Bereits im Jahre 1909 hatte der Verein Jordsand e.V. die Hallig für 12.000 Goldmark erworben, als Vogelfreistätte eingerichtet und mit einem Vogelwart besetzt. Den ständig fortschreitenden Landverlust stoppte man unter großem Einsatz an Spendenmitteln und ehrenamtlichem Engagement im Jahre 1977. Jugendliche sicherten die am stärksten gefährdete Westküste durch eine Steinkante. Die Arbeiten werden alljährlich im Rahmen internationaler Jugendcamps fortgeführt.

In der Salzwiesen-Vegetation mit geschützten Blütenpflanzen wie Strandaster, Salzmiere und Strandflieder sind 14 Brutvogelarten, davon sechs gefährdete, zu Hause. Hier brüten die Brandseeschwalbe, die Küsten- und die Fluss-Seeschwalbe, aber auch Lachmöwe und Austernfischer. Zeitweise halten sich mehr als 50.000 Vögel auf der kleinen Hallig auf - und noch viel mehr, wenn auch die nordischen Zugvögel Rast machen.

Vogelwart war in den letzten Jahren meist ein Zivildienstleistender. Der erste Vogelwart von Norderoog aber ist in der Halligwelt fast eine Legende: Jens Wand lebte 40 Jahre mit und unter seinen Vögeln, ehe er eines Tages aus dem Watt nicht mehr zurück kam.