Der Nationalpark Wattenmeer

Watten, Priele und Seehundsbänke, Salzwiesen und Dünen prägen das Wattenmeer von der Ho Bucht in Dänemark bis zur nordholländischen Insel Texel. Bei Ebbe weicht das Wasser weit zurück und gibt den Meeresboden frei, dann wieder überschwemmt ihn die nächste Flut mit wertvollen Nährstoffen. Das Wattenmeer ist für amphibische Pflanzen und Kleinlebewesen ein Schlaraffenland, für Seevögel ein ideales Brutgebiet und ein unentbehrlicher Rast- und Futterplatz für Millionen von Zugvögeln. Außerdem leben hier Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben.

Um dieses wertvolle Ökosystem zu erhalten, wurde das deutsche Wattenmeer in seiner ganzen Ausdehnung zum Nationalpark erklärt. Den Anfang machte Schleswig-Holstein im Jahre 1985. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erstreckt sich - 4.410 Quadratkilometer groß - von der Elbmündung bis zur dänischen Grenze. Rund zwei Drittel sind ständig von Wasser bedeckt. Die Inseln und die größeren Halligen sind ausgenommen.

Mit dem Nationalpark werden drei große Ziele verfolgt:

  • Bewahrung des Naturerbes für künftige Generationen
  • Ungestörte Entwicklung der Natur
  • Erholung und Naturerlebnis für die Menschen

Im § 2 des Nationalparkgesetzes heißt es unter anderem:

  • Der Nationalpark dient dem Schutz und der Entwicklung des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres und der Bewahrung seiner besonderen Eigenart, Schönheit und Ursprünglichkeit. Es ist ein möglichst ungestörter Ablauf der Naturvorgänge zu gewährleisten.
  • Die Maßnahmen des Küstenschutzes werden nicht eingeschränkt.
  • Unzumutbare Beeinträchtigungen der Interessen und herkömmlichen Nutzungen der einheimischen Bevölkerung sind zu vermeiden.