Hallig Hooge am Horizont
Jürgen Vrinssen©

Hallig Hooge

Projekte

Nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft auf den Hal­li­gen

Ge­mein­schaft­li­che Pro­jek­t­an­sät­ze für die Land­wirt­schaft auf den Hal­li­gen

In den zu­rück­lie­gen­den zwei Jah­ren, seit 2015  wur­de in ver­schie­de­nen Ge­sprächs­run­den und Ver­an­stal­tun­gen die Fra­ge­stel­lung dis­ku­tiert, wie für die Hal­lig­land­wirt­schaft zu­sätz­lich zum be­ste­hen­den lan­des­sei­ti­gen Hal­lig­pro­gramm, all­täg­li­che, in­no­va­ti­ve und zu­kunfts­ori­en­tier­te Hand­lungs­fel­der be­ar­bei­tet wer­den soll­ten oder müs­sen.

Vor­aus­ge­gan­gen war zu Be­ginn des Jah­res 2015 eine In­itia­ti­ve der ge­schäfts­füh­ren­den AG der Bio­sphä­re Die Hal­li­gen. In ei­ner ei­gens da­für ein­ge­setz­ten Un­ter-Ar­beits­grup­pe wur­den Ge­dan­ken zur Zu­kunft der Land­wirt­schaft und zur mög­li­chen Un­ter­stüt­zung der Land­wir­te ge­sam­melt und in ei­nem Ab­schluss­be­richt do­ku­men­tiert.

Der Be­richt gibt dem Ent­schei­dungs­gre­mi­um der Bio­sphä­re fol­gen­de Emp­feh­lun­gen (sie­he auch Sei­te 11):

  • Schaf­fung ei­ner „Ver­net­zungs­stel­le Land­wirt­schaft Bio­sphä­re“ bei der Ge­schäfts­stel­le. Die­se hat die Auf­ga­be, die Hal­lig­land­wirt­schaft in­no­va­tiv (z.B. Ver­mark­tung) im Ein­klang mit den Zie­len der Bio­sphä­re Hal­li­gen be­ra­tend wei­ter­zu­ent­wi­ckeln,

  • Auf­bau ei­nes „Küm­me­rer“-Netz­wer­kes zur un­ter­stüt­zen­den Be­ra­tung und Ver­net­zung,

  • Auf­bau ei­nes in­ter­net­ba­sier­ten In­fo­netz­wer­kes in der Art ei­nes „Schwar­zen Bret­tes“, wo Leis­tun­gen und Pro­duk­te an­ge­bo­ten und ge­sucht wer­den kön­nen,

  • Bio­sphä­ren-Mus­ter­be­trie­be (ein­schließ­lich ei­ner Di­rekt­ver­mark­tung) als zu­kunfts­wei­sen­des und för­der­fä­hi­ges Pro­jekt ent­wi­ckeln,

  • Schaf­fung von Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten für Jun­g­land­wir­te so­wie

  • Ge­mein­sa­me An­stren­gun­gen der Ge­mein­den und der Hal­lig­stif­tung, um Ver­pach­tung von Hal­lig­land an ört­lich wirt­schaf­ten­de Be­trie­be zu be­vor­zu­gen.

In Ab­stim­mung mit der ge­schäfts­füh­ren­den AG und in­ter­es­sier­ten Land­wir­ten wur­de in ei­nem Work­shop im No­vem­ber 2016 ver­ein­bart, dass Sa­bi­ne Mül­ler als Ge­schäfts­füh­re­rin der Bio­sphä­re so­wohl als An­lauf- und Be­ra­tungs­stel­le fun­giert und die Netz­werk­pfle­ge für das The­ma Land­wirt­schaft über­nimmt. Von Sei­ten des Vor­stan­des der Bio­sphä­re un­ter­stützt Ruth Hart­wig-Kru­se die wei­te­re Ar­beit.

So wur­de eine, für alle in­ter­es­sier­ten Land­wir­te of­fe­ne Ar­beits­grup­pe ge­grün­det, die sich un­ter der Lei­tung von Ruth Hart­wig-Kru­se bis­her zwei Mal ge­trof­fen hat. Je­der, der ak­tiv mit­ar­bei­ten möch­te, ist herz­lich ein­ge­la­den. Der Ar­beits­kreis tagt zwei Mal jähr­lich und dient vor al­lem dem ver­bes­ser­ten Aus­tausch der Ak­teu­re.

Der Kreis Nord­fries­land un­ter­stützt (An­sprech­part­ner: Franz Bram­brink, Lei­ter des Fach­diens­tes Um­welt) seit Lan­gem die Ent­wick­lung der Hal­lig­land­wirt­schaft im All­ge­mei­nen und das Pro­jekt der Un­ter­brin­gung von ex­ten­siv ge­hal­te­nem Ei­gen­vieh im Rah­men von na­tur­schutz­fach­li­chen Kon­zep­ten auf Fest­lands­flä­chen im Win­ter im Be­son­de­ren.

Im Rah­men ei­nes so­li­da­ri­schen Ge­mein­schafts­pro­jek­tes wer­den erst­mals im Win­ter 2018/19 fünf Hekt­ar Win­ter­wei­de nahe des Le­cker Flug­plat­zes zur Ver­fü­gung ge­stellt. Herr Bram­brink prüft lau­fend wei­te­re Ver­füg­bar­kei­ten.

Für die Ver­ga­be der Über­win­te­rungs­plät­ze im Rah­men die­ses Pro­jek­tes wur­den Ver­ga­be­kri­te­ri­en ab­ge­stimmt und auf der Hal­lig­bau­ern­ver­samm­lung im März öf­fent­lich vor­ge­stellt. Fol­gen­de Kri­te­ri­en sol­len An­wen­dung fin­den:

Kri­te­ri­um

Ver­ga­be von Flä­chen der Stif­tung Na­tur­schutz für Win­ter­wei­de

Ers­ter Wohn­sitz und ganz­jäh­ri­ge An­we­sen­heit auf der Hal­lig

Not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung

Tier­hal­tung

Nur für Ei­gen­vieh

 

Tier­ras­se

Ro­bus­t­rin­der, die für ex­ten­si­ve Hal­tung ge­eig­net sind.

 

Be­triebs­aus­stat­tung

Be­trie­be, die in Ei­gen­be­sitz Land­flä­chen bzw. Stall­ka­pa­zi­tä­ten an Fest­land auf­wei­sen, kön­nen nicht teil­neh­men.

 

Be­triebs­grö­ße

Vor­zugs­wei­se klei­ne & mitt­le­re Be­trie­be

 

Teil­nah­me am Hal­lig­pro­gramm

Nicht er­for­der­lich

Art der Be­wirt­schaf­tung

Kei­ne Bio­zer­ti­fi­zie­rung not­wen­dig

An­zahl der Groß­vie­hein­hei­ten

Ver­ga­be zu glei­chen Tei­len an die in­ter­es­sier­ten Be­trie­be

Ar­beits­kreis Land­wirt­schaft

Mit­ar­beit er­for­der­lich

 

Hal­ter von Ei­gen­vieh ha­ben zu­dem eine Al­ter­na­ti­ve. Sie kön­nen z.B selbst­stän­dig Ver­trä­ge mit In­ha­bern ge­eig­ne­ter Öko­kon­ten ab­schlie­ßen und ihre Tie­re auf die­se Wei­se auf dem Fest­land über­win­tern. In­ter­es­sen­ten wen­den sich bit­te an Herrn Franz Bram­brink (Tel.: 04841/ 67-634). Er ver­mit­telt die ent­spre­chen­den Kon­tak­te.

Zu­dem ist die Stif­tung Nord­frie­si­sche Hal­li­gen mit der Sat­zungs­än­de­rung vom Sep­tem­ber 2016 nun­mehr recht­lich in der Lage, ne­ben Grün­land auf der Hal­lig auch sol­che Flä­chen auf dem Fest­land zu er­wer­ben, wenn dies für den Er­halt der Hal­lig­land­wirt­schaft not­wen­dig er­scheint. Im zwei­ten Fall ist die Zu­stim­mung durch den Haupt­aus­schuss des Krei­ses Nord­fries­land er­for­der­lich.

Zu­dem tut sich Neu­es! Beim Ar­beits­kreis­tref­fen im Juni 2017 wur­de ver­ein­bart, dass für eine bes­se­re Ver­mark­tung von Hal­lig­fleisch eine Pro­jekt­grup­pe auf Lan­ge­neß un­ter der ge­mein­sa­men Fe­der­füh­rung von Mal­te Karau und Mi­cha­el Ing­wer­sen ins Le­ben ge­ru­fen wird. Ziel ist es, für die­je­ni­gen Land­wir­te ein gu­tes An­ge­bot zu schaf­fen, die kei­ne Di­rekt­ver­mark­tung be­trei­ben oder ein zu­sätz­li­ches Stand­bein ent­wi­ckeln möch­ten. Mit­strei­ter sind herz­lich will­kom­men und wen­den sich bit­te an die ge­nann­ten Land­wir­te oder an die Ge­schäfts­stel­le.

Pro­to­koll der Ar­beits­kreis­sit­zung vom 24.11.2016

Pro­to­koll der Ar­beits­kreis­sit­zung vom 28.06.2017

 

 

Kli­ma­pro­jekt 
“Schalt Dich ein fürs Kli­ma”

Schalt Dich ein fürs Kli­ma!

Der Kli­ma­wan­del ist da und der Mee­res­spie­gel steigt. Was kön­nen wir da­ge­gen tun?

Über das Pro­jekt „Schalt dich ein fürs Kli­ma“ wur­den Mög­lich­kei­ten ge­zeigt , wie je­der Ein­zel­ne ak­ti­ven Kli­ma­schutz be­trei­ben kann. 

An­ge­bo­ten wur­den In­for­ma­tio­nen zum Ein­spa­ren von Res­sour­cen (Strom, Was­ser, En­er­gie) im All­tag bis zum An­ge­bot von En­er­gie­aus­wei­sen und En­er­gie­be­ra­tun­gen für Im­mo­bi­li­en auf den Hal­li­gen.

Bio­sphä­ren­ge­bie­te sind in­ter­na­tio­nal an­er­kann­te Mo­dell­re­gio­nen, in de­nen Le­ben und Ar­bei­ten im Ein­klang mit der Na­tur ent­wi­ckelt wird. Da­her wer­den die Er­geb­nis­se und Er­fah­run­gen aus die­sem Pro­jekt auch an­de­ren Mo­dell­re­gio­nen so­wie den nord­rie­si­schen In­seln zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Das Pro­jekt wur­de in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der Na­tio­nal­park- und Bio­sphä­ren­re­ser­vatsver­wal­tung Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Wat­ten­meer und Hal­li­gen so­wie der In­sel- und Hal­lig­kon­fe­renz durch­ge­führt.

Ge­för­dert durch das Bun­des­amt für Na­tur­schutz (BfN) mit Mit­teln des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Um­welt, Na­tur­schutz und Re­ak­tor­si­cher­heit (BMU)  über das F+E Vor­ha­ben: „Bio­sphä­ren­re­ser­va­te als Mo­dell­re­gio­nen für Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung“.

 

Hal­lig­kin­der in­for­mie­ren über das Bio­sphä­ren­ge­biet

Hal­lig­kin­der in­for­mie­ren

Die Kin­der bau­ten un­ter­ein­an­der hal­lig- und al­ters­über­grei­fend Kon­takt auf und er­war­ben Kennt­nis­se, Fä­hig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen, mit de­nen sie sich auch zu­künf­tig ak­tiv an der Ent­wick­lung ih­rer Re­gi­on be­tei­li­gen kön­nen.

Die Idee ge­mein­sam mit Kin­dern Un­ter­richts­ma­te­ri­al und Image-Pro­duk­te für ihr Bio­sphä­ren­ge­biet zu ent­wi­ckeln, war in Deutsch­land ein­ma­lig und traf auf viel Be­geis­te­rung. Im Juli 2006 wur­den ei­ni­ge Schu­len für ihre Pro­jekt­ar­beit vom Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um als “Zuk​unft​ssch​ulen.​sh” aus­ge­zeich­net.

Fol­gen­de Ma­te­ria­li­en und Pro­duk­te ent­stan­den in der Pro­jekt­zeit:

  • Falt­blatt “Bio­sphä­re Hal­li­gen - Hal­lig­kin­der in­for­mie­ren”
  • Ar­beits­bo­gen zum Le­ben in der Bio­sphä­re: “Ker­rin und Mom­me, zwei Kin­der von der Hal­lig”
  • Bas­tel­bo­gen zum Jah­res­ver­lauf auf den Hal­li­gen
  • CD mit ei­gens kom­po­nier­ter Bio­sphä­ren-Song ( mp3), Song-Text (pdf), CD-Hül­le (pdf)
  • Hal­lig-Quiz mit Fra­gen und Ant­wor­ten rund um die Hal­li­gen
  • Ge­sell­schafts­spiel “Bio´s- Fäh­re”, bei dem Ka­pi­tän Bio die Hal­lig­welt er­kun­det
  • Quin­tett-Kar­ten­spiel mit Hal­lig­mo­ti­ven.
  • Me­mo­ry-Spiel mit selbst ge­mal­ten Hal­lig­mo­ti­ven
  • Rie­sen­puz­zle aus hand­ge­fer­tig­ten Holz­tei­len für die Schu­len auf Hoo­ge und Lan­ge­neß


Un­ter­stützt wur­den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler von ih­ren Lehr­kräf­ten so­wie den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Na­tio­nal­park­ver­wal­tung, der Ge­schäfts­stel­le Bio­sphä­re Hal­li­gen und der Schutz­sta­ti­on Wat­ten­meer. Die Pro­jekt­lei­tung lag bei der Na­tio­nal­park­ver­wal­tung.

 

Pri­ma Kli­ma in der Bio­sphä­re

Pri­ma Kli­ma in der Bio­sphä­re

Häu­fi­ge­re und stär­ke­re Stür­me be­ein­flus­sen das Le­ben auf den In­seln und Hal­li­gen; der kli­ma­tisch be­ding­te Mee­res­spie­gel­an­stieg könn­te sie völ­lig ver­schwin­den las­sen. In den Hal­lig- und In­sel­schu­len er­fah­ren die Kin­der, dass die Ge­stal­tung der Zu­kunft vor der ei­ge­nen Haus­tür be­ginnt.

Un­ter dem Mot­to “Die Erde hat Fie­ber - wir müs­sen et­was für die Zu­kunft un­se­res Pla­ne­ten un­ter­neh­men!” en­ga­gier­ten sich 60 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der nord­frie­si­schen Hal­li­gen so­wie der In­seln Nord­stand und Pell­worm von 2007-2008 im Pro­jekt “Pri­ma Kli­ma in der Bio­sphä­re”. Ge­mein­sam mit ih­ren Lehr­kräf­ten ha­ben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler schul- und al­ters­über­grei­fend das The­ma Kli­ma und Kli­ma­schutz auf In­seln und Hal­li­gen be­ar­bei­tet.

Die Kin­der und Ju­gend­li­chen mal­ten und zeich­ne­ten ein- und ab­wan­dern­de Tier­ar­ten im Na­tio­nal­park Wat­ten­meer für ein Kli­ma­wan­del­spiel. Sie er­ar­bei­te­ten Fra­gen und Re­geln für ein Kli­ma­schutz­spiel bei dem En­ga­ge­ment im Küs­ten­schutz so­wie kli­ma­freund­li­ches Ver­hal­ten be­lohnt wird. Des wei­te­ren ha­ben sie ein selbst ge­dich­te­tes und ge­sun­ge­nes „Pri­ma-Kli­ma-Mu­si­cal“ auf CD ver­öf­fent­licht.

In Zu­sam­men­ar­beit mit dem Nord­el­bi­schen Mis­si­ons­zen­trum wur­de ge­mein­sam mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern aus Tan­sa­nia ein Ka­len­der ent­wor­fen. Auf der In­sel Pell­worm wur­de ein Schul­wald mit mehr als 800 Bäu­men ge­pflanzt, der im Lau­fe sei­ner Wachs­tums­zeit ca. 20 Ton­nen CO2 pro Jahr ein­spa­ren wird. Über En­er­gie­spar­mög­lich­kei­ten und den Vor­teil er­neu­er­ba­rer En­er­gi­en in­for­mie­ren selbst ent­wor­fe­ne Pos­ter­aus­stel­lun­gen.


Fol­gen­de Pro­jekt­falt­blät­ter und End­pro­duk­te ste­hen zum Down­load be­reit:

  • Falt­blatt “Pri­ma Kli­ma in der Bio­sphä­re”
  • Ka­len­der ge­mein­sam er­stellt mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern aus Tan­sa­nia.
  • Kli­ma-Mu­si­cal “Ab­sen­der un­be­kannt”
  • Le­se­heft zum Kli­ma­wan­del mit En­er­gie­spar­tips der Hal­lig­kin­der.
  • Pos­ter­aus­stel­lung zum The­ma “En­er­gie spa­ren” und “Re­ge­ne­ra­ti­ve En­er­gi­en”
  • Spie­le über ein­ge­wan­der­te Ar­ten, zum The­ma Küs­ten­schutz und Kli­ma­schutz

 
Das Kern­team be­ste­hend aus den Schü­le­rin­nen und Schü­ler, den Lehr­kräf­ten, der In­sel- und Hal­lig­kon­fe­renz so­wie der Na­tio­nal­park­ver­wal­tung wur­de von zahl­rei­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ex­per­ten un­ter­stützt.